"Kindeheit in Bergisch Gladbach", Kulturhaus Zanders, 2016


Die Installation "Kindheit in Bergisch Gladbach" besteht aus einer Holzkiste die mit ca 500 originalen Tagebuchseiten gefüllt und von Aussen mit schwarzen Tafellack angestrichen ist. Ergänzt wir die Kiste durch sechs Papierschiffchen, die ebenfalls aus originalen Tagebuchseiten gefaltet wurden und die von Aussen mit Tafellack angestrichen sind. Vor jedem der Schiffe steht senkrecht ein Stück Schultafelkreide das zu zwei Drittel mit Tafellack bestrichen wurden.

Die Schiffchen scheinen der Kiste vorauszueilen, oder zu entfliehen, je nach Blickwinkel.

Die Tagebuchseiten in der Kiste handeln von der Kindheit der Künstlerin in Bergische Gladbach. Durch die Anordnung sind diese nicht lesbar, sichtbar ist lediglich der Papierschnitt.

Die Installation spielt mit der Spannung zwischen Sichtbarkeit, Unsichtbarkeit und Intimität.
Die Intimität des Tagebuches wird dadurch konterkarikiert, dass es nicht lesbar ist. Die Schiffe verdeutlichen dadurch, dass sie von Aussen mit dem schwarzen, stumpfen Lack bestrichen sind aber innen lesbar sind die Zartheit und Verletzlichkeit des Geschriebenen. Es kann mit Mühe entziffert werden.

Die Anordnung der Schiffe symbolisieren den Aufbruch in die Adulescense. Nach der Kindheit und Jugend kommt der Moment der Wechsels in den Erwachsenen Modus und damit unweigerlich der Verlust der Kindheit.

"Narrenhände" Installation Möbel mit Tafellack, 2016

 

"Narrenhände beschmieren Tisch und Wände" ist ein deutsches Sprichwort.

Die Künstlerin Julja Schneider greift es in ihrer Installation "Narrenhände" auf. Sie präpariert Möbel mit Tafellack und macht sie so beschreib- und bemalbar für Kreide.

Der Betrachter der Installation kann sich also selbst einbringen, in dem er genau das macht, was eigentlich verboten ist - Tische und Wände beschriften und bemalen.

Noch verbotener ist es natürlich, Kunstwerke, die in einer Galerie stehen, anzufassen, geschweige denn zu bemalen. Aber eben dazu fordert der Titel, und der Umstand, dass Tafelkreide vorhanden ist, auf.

Die Beschriftung verschwindet genau so schnell, wie sie entstanden ist, denn ein Eimer Wasser und ein Schwamm stehen bereit. Wie bei der herkömmlichen Schultafel entstehen Kreideschlieren - die Installation verändert minütlich ihr Erscheinungsbild.

Am Ende eines jeden Öffnungstages wird wieder "tabula rasa" gemacht: die Tafelmöbel werden ordentlich geputzt und so in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

„im kinde wirren die ahnen“Textinstallation für das Mittelrhein Museum Koblenz, 2014

 

 

 

Die Textinstallation „im kinde wirren die ahnen“ bezieht sich auf die Porträts von Julius und Emma Wegeler.

Der Großvater von Julius Wegeler, Franz Gerhard Wegeler. (1765-1848), ist der Ur ur ur ur Großvater der Künstlerin.

Die Textinstallation besteht aus der hundertfachen Wiederholung eines einzigen Satzes: „im kinde wirren die ahnen“

Phonetisch ist dieser Satz an das Ende des Gedichtes „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin angelehnt, in dem es heißt: „Die Mauern stehen / Sprachlos und kalt, im Winde / Klirren die Fahnen.“

Hölderlin war ein Zeitgenosse Franz Gerhard Wegelers. Sein Gedicht thematisiert den Bezug zur eigenen Lebenszeit.

Mit der mantrenhaften Wiederholung des einen Satzes nähert sich die Künstlerin dem Thema Lebenszeit aus einem neuen Blickwinkel:

Wie viel meiner Ahnen steckt eigentlich in mir? Ist meine Lebenszeit tatsächlich mir reserviert oder erfülle ich Aufgaben und Themen, die schon in meinen Vorfahren schlummerten und für deren Erfüllung ich einen Teil meiner Lebenszeit verwenden muss? Erreichen mich Einflüsse aus der Tiefe der Zeit? Bin ich ein Produkt meiner Ahnen?

 

Installation "woraus es sich zusammensetzt", 2012, Mittel-Rhein- Museum Kobelenz

Die Welt meint es gut mit uns und zeigt uns ihre verschwiegene Seite, Installation in der Orangerie des Klosters Teple in Tschechien. 2010