Installation: Woraus es sich zusammensetzt

 

Hier sehen Sie nun das Ergebnis von allerhand Aufwand. Rein funktionell hatte ich natürlich Unterstützung beim Ausschneiden, Wachsen, Lochen, Ösen, Drahten und Löten von über 600Stück  10 mal 10 cm großen Papieren.

Der Inhalt spiegelt 20 Jahre private, schneidereske Kunstgeschichte wieder. Neben Notizen, Skizzen, Zeichnungen, Entwürfen, Malereien, Gedichten, Songtexten und Traumprotokollen tummeln sich hier auch eine Wegbeschreibung, ein kopierter Bankauszug und eine besonders schöne To-Do-Liste.

"Muss daas sein" mag sich nur der aufmerksame Leser fragen und unruhig von einem Fuß auf den anderen Wippen. JA, es muss, antwortete nun die erschöpfte und dennoch schöpfende Künstlerin, denn dies, meine sehr verehrten Damen und Herren ist mein Pool, mein Fundus, mein Depot, mein ein und alles. Wenn es Output geben soll im Künstlerinnenleben, dann muss es dafür eine Grundlage geben, und das Mittel der Wahl Grundlagen zu produzieren ist in meinem Fall Papier.

 

Also habe ich einen riesigen Schwung Material durch einen noch riesigeren Schwung wahnsinnig machender, kleinteiliger, meditativer Heimarbeit (an dieser Stelle danke ich meinen Eltern, ohne die ich 1. nicht auf der Welt und 2. jetzt nicht mehr auf der Welt wäre, denn sie haben mir bei dieser Arbeit titanisch geholfen) in den Output, und damit in eine sichtbare, rezipierbare Form befördert.

Ein Installation mit dem Namen Woraus es sich zusammensetzt.

Die hängt nun mal hier und mal da, zuletzt im Mittelrhein-Museum Koblenz.

 

Woraus es sich zusammensetzt, Installation 2012, Papier, Wachs, Ösen, Draht, 1 x 6 Meter

September 2012 Julja Schneider